Review: Wächter von Mittelerde

Ein MOBA, uns zu knechten. Kann eine tolle Lizenz ein Spiel im Alleingang retten?

Bereits letzten Dezember verwandelte Monolith Productions Mittelerde auf den Konsolen in ein MOBA, seit Ende August dürfen sich nun auch PC-Spieler am lizenzierten Spiel versuchen. Wächter von Mittelerde verkörpert ein klassisches MOBA: Im Zentrum stehen die kompetitiven Kämpfe, in denen sich jeweils fünf Spieler auf einer oder drei Bahnen (Lanes) gegenüberstehen und versuchen, die gegnerische Basis zu zerstören. Der Weg dorthin ist mit Abwehrtürmen gespickt, außerdem werden in zeitlichen Abständen Soldaten-Truppen ausgesandt, die euch das Leben erschweren sollen. Individuelle Klasse in diesem Genre zu versprühen ist schwer, doch das von Zombie Studios portierte Spiel hat einen sehr interessanten Ansatz: Abwehrtürme und Minions können von euch nach und nach den Spielsituationen angepasst werden – so stehen euch heilende Türme und stärkere Soldaten zur Seite, um nur zwei Beispiele zu nennen – und diese verleihen den Gefechten mehr taktische Tiefe. Das wichtigste Merkmal ist jedoch die Lizenz des J. R. R. Tolkien-Werkes, denn diese lässt Legolas, Gandalf und weitere Gefährten in den Kampf ziehen.

Nach dem Kauf des Spiels – eher ungewöhnlich für das Genre – stehen euch allerdings nur sechs Wächter zur Auswahl, freischalten könnt ihr die 34 verbleibenden mit den im Spiel gesammelten Münzen – oder ihr kauft verschiedene Bundles über Steam, die jeweils eine von insgesamt fünf Charakterklassen freischalten. Hier gibt es beim Zauberer, der Flächenschaden austeilt, eben sowenig Überraschungen wie bei einem Beschützer, der für den Support zuständig ist. Die schön animierten Charaktere liefern sich dank hochauflösenden Pixeltapeten auf dem PC ansehnliche Gefechte mit Magie, Streitaxt oder Bogen und laufen im Vergleich zu anderen MOBAs auf anschaulichen Schlachtfeldern herum. Vor allem Einsteiger haben es leicht, sobald ihr euch an die etwas irreführende Wächter-Auswahl und die Einstellungsarmut gewöhnt habt: Die verfügbaren Champions sind überschaubar, alle Gegenstände werden vor einer Partie gewählt und die Konfiguration der Türme und Minions ist schnell verinnerlicht. Nach den ersten Partien und gutgeschriebenen Münzen dürft ihr eure Charaktere mit sogenannten Gürteln ausstatten. Diese werden mit Relikten und Juwelen bestückt und steigern die Attribute – je nach Auslage teilt ihr etwa mehr Schaden aus oder vertragt mehr davon. Wie aus anderen MOBAs bekannt, dürft ihr Tränke mit in die Schlacht nehmen, die euch beispielsweise schneller angreifen lassen oder eure Gesundheit wieder herstellen. Ebenfalls wichtig – und wegen der hohen Abklingzeit strategisch gut einzusetzen – sind die Kommandos, die Verbündete in einem größeren Bereich heilen oder etwa einen Speed-Buff bereitstellen. Diese Konzepte können mit voranschreitender Spielzeit verfeinert werden, auch bieten die Maps viele Schlupflöcher für taktische Hinterhalte. Das Spiel ist also durchaus darauf auslegt, einzelne Teams Hunderte von Stunden zu begeistern, wenn da nicht noch einige Knackpunkte wären …

Weiter gehts auf Gamers.at

EmpfehlenShare on Facebook0Tweet about this on Twitter0Share on Google+0Email this to someone

Author: vAro

Share This Post On