Review: Instashare – Schneller und einfacher Datenaustausch zwischen iOS und OS X

Ihr kennt es sicherlich: Um schnell ein Foto vom iPhone auf den Mac zu bringen, schickt ihr eine E-Mail an euch selbst. Diese bescheidene Lösung wird dank Instashare in Vergessenheit geraten.

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Auf einen Blick

  • kleine und schlanke App zum schnellen Austausch jeglicher Daten
  • minimalistisches Design, ohne viel Drumherum
  • sehr einfache, intuitive Bedienung
  • benötigt kein Internet, tauscht Dateien über das WLAN und Bluetooth aus
  • derzeitig für iPhone, iPad und sämtliche Macs erhältlich
  • eine Version für Android und Windows ist geplant
  • kostenlos, aber werbefinanziert

Überblick

Hand aufs Herz: Den schnellen und unkomplizierten Datenaustausch zwischen Apple-Geräten suchen wir vergebens. Besser gesagt: suchten wir vergebens, denn Instashare löst seit Februar dieses Problem. In diesem Artikel möchte ich euch eine genial einfache Anwendung vorstellen, die den Datenaustausch zwischen iOS- und OS X-Geräten so leicht, wie nie zuvor macht.

Nur mal eben ein Foto vom iPhone auf das MacBook schicken. Also schicke ich mir eine E-Mail mit diesem Foto. Richtig! Nein, falsch. Früher war das vielleicht die gängige Methode. Na dann nutze ich einfach Dropbox, das synchronisiert mit all meinen Geräten. Guter Vorschlag, aber das Hochladen des Fotos und das anschließende Synchronisieren dauert zu lang. Neulinge, die keinen Dropbox-Account besitzen, springen bei dieser Methode direkt ab. Für den wirklich einfachen und schnellen Datenaustausch gibt es jetzt »Instashare«.

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Mac-Oberfläche

Bedienung

Der Client für alle drei Geräte ist schlank, schnell und äußerst performant, hier hakt nichts. Der Nutzer wird in den ersten Sekunden herausfinden, wie er mit der Software umgehen muss, denn die Entwickler konzentrierten sich auf die Kernaufgabe: Dem Versenden von Dateien. Daher überrumpelt uns der Entwickler auch nicht mit anderem, unausgereiftem Schnickschnack.

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iPhone-Oberfläche

Oberfläche

Instashare besitzt ein schlichtes, sehr stilvolles Äußeres. Alle drei Clients erkennt man direkt am Logo, der Menügestaltung und am Klang nach erfolgreichem Datenaustausch. Die iPad-Version profitiert von der größeren Arbeitsfläche: Auf der linken Seite werden Dateien ausgewählt, die dann mit dem Finger auf die verfügbaren Geräte, rechts auf dem Bildschirm, gezogen werden. Dies stellt nochmals eine Vereinfachung des iPhone-Prinzips dar. Nach dem Start der Mac-Version nistet sich ein kleines, uhrähnliches Symbol in der Menüleiste ein. Mit einem Klick darauf erscheint eine Drag-and-Drop-Fläche, die der Nutzer mit Dateien befüllen kann. Einfach reinziehen und versenden.

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iPad-Oberfläche

Geschwindigkeit

Die Entwickler preisen den einfachen und vor allem schnellen Datentransfer an. Den ersten Punkt mache ich ihnen nicht streitig. Instashare benötigt kein Kabel, synchronisiert nicht auf fremde Server in der Cloud und benötigt kein E-Mail-Postfach weder noch einen Account für den Datenaustausch.

Doch wie schnell ist Instashare wirklich? Auf der offiziellen Website geben die Entwickler grobe Zahlen an. Eine 10MB große Datei soll innerhalb von 5 Sekunden vom Computer auf dem Smartphone oder dem Tablet sein. Dahinter der Austausch per E-Mail (1 Minute), die Synchronisation mit einem Cloud-Dienst (2 Minuten) und noch weiter abgeschlagen der Transfer mit einem Kabel (5 Minuten).

Mit diesen Zahlen wollte ich mich nicht zufrieden geben und kontrollierte selbst. Für den Test verschickte ich vier Fotos mit einer Gesamtgröße von 8,5MB. Ein MacBook Pro verschickt diese Fotos an ein iPad Mini. Ich wählte bewusst die Infrastruktur meiner Freundin, diese entspricht mit einem lahmen 11MBit/s WLAN-Router und DSL 3000 eher dem Durchschnitt, als meine Wohnung mit 300Mbit/s WLAN-Router, LAN und DSL 100.000.

Den Anfang machte Instashare. Knapp über 30 Sekunden benötigte das Programm. Ein schöner Wert, die Zahlen wurden noch schöner, als ich die alternativen Varianten durchführte. Für die Synchronisation mit Dropbox musste ich zunächst einen Ordner anlegen und dann die Dateien hineinschieben. Nach über 4 Minuten konnte ich die Fotos auf dem iPad anschauen. Der E-Mail-Versand dauerte noch länger. Erst nach mehr als 8,5 Minuten, landete die E-Mail in meinem Postfach. Die Synchronisierung per Kabel wurde zur reinsten Qual. Kaum war das iPad Mini mit dem MacBook verbunden, schon ploppte iPhoto sowie iTunes auf. Ersteres wollte neue Fotos importieren, letzteres führte ohne mein Einverständnis eine Synchronisation durch und versorgte mich mit reichlich schlechter Laune. In der heutigen Zeit rate ich jedem von der Kabelsynchronisation ab. Es besteht kaum ein Grund mehr für einen Kabelbetrieb. Einzig ein vollständiges Backup, welches sämtliche Fotos sichert – falls diese nicht in einer Cloud landen – ist zu empfehlen oder bei der Verwaltung von Fotos mit iPhoto. Das Laden der Fotos auf das iPad ist, bei nicht gepflegtem iPhoto, ein Horror. Zunächst musste ich die Synchronisation von Fotos in iTunes aktivieren, in iPhoto erstellte ich einen speziellen Ordner und zog die erforderlichen Fotos hinein. Erst dann konnte synchronisiert werden. Jeder der den Nachmittag genießen will, hält sich von dieser Methode fern. Ich habe es abgebrochen, da es mir alles andere als zeitgemäß erschien.

Ergebnisse im Überblick

  • Instashare: 30,3 Sekunden
  • Dropbox: 4 Minuten und 8,5 Sekunden
  • E-Mail: 8 Minuten, 32 Sekunden

Anmerkung

Die Ergebnisse für die Synchronisation mit Dropbox und dem Versand per E-Mail sind vom Upload abhängig. Verfügt ihr über eine schnellere Leitung, schmilzt die Wartezeit dahin. Doch auch Instashare kann noch weiter zulegen. Der betagte 11MBit/s-Router ist nicht mehr zeitgemäß, 54Mbit/s oder mehr sind gängig und sollten für nochmals schnellere Übertragungszeiten sorgen. Der Sieg wird Instashare jedoch nicht mehr zu rauben sein.

Die Magie dahinter: Instashare ist so schnell, weil es vom Upload in die Cloud verzichtet. Es nutzt die Kapazität des WLANs und ist nicht auf das Internet angewiesen.

Funktionsweise

Nach dem ersten Start der App wird auf dem iOS-Gerät eine Anleitung angezeigt, die das ganze Prinzip von Instashare mit wenigen Bildern beschreibt. Um eine Datei zu versenden, müssen Sender und Empfänger im gleichen WLAN sein oder Bluetooth aktiviert haben. Der Sender wählt eine oder mehrere Dateien aus und hält einen kurzen Moment die Dateien gedrückt. Es erscheint eine Auswahlliste mit potenziellen Empfängern. Handelt es sich beim Empfänger um ein iPhone oder iPad, muss dieser die App geöffnet haben. Wird an ein MacBook oder an einen iMac verschickt, kann die Applikation auch bequem im Hintergrund aktiv sein. Sobald der Datentransfer beginnen soll, wird der Empfänger darüber informiert. Er bestimmt, ob er die Datei annehmen möchte und kann optional festlegen, dass er Dateien von diesem Sender immer annehmen möchte. Das wars.

Beispiel: Fotos vom iPhone aufs MacBook

An einem Alltagsbeispiel veranschauliche ich euch den Datenaustausch mit Instashare.

Startet die App (1), wischt einmal zur Seite (2) und wählt aus eurem Foto-Ordner die zu verschickenden Fotos aus (3). Haltet ihr nun die Auswahl für einen kurzen Moment gedrückt, erscheinen alle verfügbaren Geräte (4), denen ihr die Fotos schicken könnt. Schiebt die Auswahl auf das MacBook und lasst los. Das MacBook erhält eine Nachricht, dass mir das iPhone Dateien senden möchte (5). Akzeptiert diese Nachricht oder wählt “Always Allow”, damit ihr nie wieder gefragt werdet. Die Fotos werden jetzt gesendet (6). Nach erfolgreichem Transfer ertönt ein Signal und ihr könnt auf die Fotos zugreifen.

Fazit

Die Entwickler werben mit dem Slogan »Better Airdrop for iOS & OS X« und genau das liefern sie mit Instashare. Durch einen Artikel auf golem.de wurde ich auf die Datentransfer-App aufmerksam und nutze sie seit diesem Tag. Auch in meinem Freundeskreis etablierte sich Instashare schnell und löste die von Apple eingeführte Funktion »Airdrop« ab. Nicht nur Fotos, sondern auch Dokumente, kleinere Videodateien sowie Musik kopiere ich vom Mac zum iPhone und umgekehrt.

Alle Nutzer, die zwischen verschiedenen Apple-Geräten schnell und unkompliziert Dateien austauschen möchten, sollten sich Instashare unbedingt genauer anschauen. Es stellt eine enorme Bereicherung dar. In meinen Augen gehört Instashare zur Grundausstattung eines jeden iPhones, iPads und allen Macs. Sobald die Versionen für Android und Windows fertiggestellt sind, kommt ein entschiedener Mehrwert hinzu: Uneingeschränkter Datenverkehr über sämtliche Systeme hinweg.

Die kostenlose, aber werbefinanzierte Anwendung gibt es derzeitig als Universal-App für iPhone und iPad, eine Beta-Version existiert für den Mac. Für einmalig 89Cent verschwindet die Werbung für immer.

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Author: vAro

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