Review: BitFenix Prodigy – Kompaktes Spielvergnügen im Test

Mein Review zum BitFenix Prodigy ist schon über zehn Monate alt, doch könnte nicht aktueller sein. Der wundersame Sprössling heimste sich nicht nur rund um den Globus Bestnoten bei Redaktionen ein, sondern erfreut sich auch weiterhin großer Nachfrage und ist ebenfalls ein ganz Großer in der Modding-Szene.

Nachdem das Gehäuse zum Start in den Farben Artic White und Midnight Black erschien, folgten in den Monaten darauf die Farbvariationen Fire Red und Atomic Orange. Ein Ende ist nicht in Sicht: Am 8. Mai gab BitFenix Deutschland über Facebook die baldige Veröffentlichung zweier weiteren Farben, Cobalt Blue und Vivid Green, bekannt.

Ich veröffentlichte meinen Test damals im Hardwareluxx-Forum und eröffnete einen Sammelthread zum Mini-ITX-Gehäuse, in dem bisher knapp 3000 Beiträge verfasst worden sind. Für meinen Blog veröffentliche ich meinen Artikel erneut und ziehe nach fast einem Jahr mit dem BitFenix Prodigy ein Langzeit-Fazit.

 

1. Einleitung 

Das BitFenix Prodigy tauchte erstmals Ende Januar auf einer französischen IT-Veranstaltung auf und sorgte für großes Interesse. Nach und nach sickerten Informationen durch und Bilder erschienen im Netz. Seit diesem Zeitpunkt konnte ich mir kein anderes Gehäuse für mein neues System vorstellen. Bis es dann am 25. Mai offiziell, sogar in zwei Farbgebungen, vorgestellt wurde und es den deutschen Markt am 6. Juli betrat, verging viel Zeit. Die Komponenten konnten demnach wohl überlegt ausgewählt werden. Ob mich das Prodigy so glücklich gemacht hat, wie anfangs gedacht, soll das Review zeigen.

2. Technischne Daten

Das Prodigy ist derzeitig für rund 70€ beim Preisvergleich auf Geizhals.at/de.

Abmessungen, Gewicht und Farben

    • Maße: 250 x 404 x 359mm (Breite x Höhe x Tiefe)
    • Material: Stahl, FyberFlex, SofTouch
    • Gewicht: ungefähr 7kg
    • Farbe: Midnight Black, Artic White, Fire Red, Atomic Orange, Grün und Blau
    • Formfaktor: Mini-ITX

Mögliche Lüfterinstallationen

    • Front: 1x 230/200/180/140mm oder 2x 120mm
    • Heck: 1x 140/120mm
    • Deckel: 2x 120mm
    • Bereits vorinstallierte Lüfter (hierbei handelt es sich um die BitFenix Spectre Serie in Schwarz): Je 1x 120mm in der Front und im Heck.

Optische Laufwerke, HDDs und SSDs

    • 1x 5,25 Zoll (extern)
    • 5x 3,5 Zoll (3 (im oberen Laufwerkschacht) +2 (im unteren Laufwerkschacht))
    • 9x 2,5 Zoll (5 (in den Laufwerkschächten) +2 (in der linken Seitenwand) +2 (am Netzteilkäfig))

Das I/O Panel

    • 2x USB 3.0 (intern)
    • 1x Audio-in
    • 1x Mikrofon
    • Power-Button
    • Reset-Button

Sonstige Details

    • CPU-Kühler können eine Höhe von maximal 175mm (ohne Lüfter im Deckel) respektive 161mm (ohne Lüfter im Deckel) aufweisen
    • Installierte Staub-Filter: Am Boden für den Lüfter des Netzteils und in der Front (nur beim schwarzen Modell)
    • Netzteil: 1x Standard ATX kann installiert werden. Empfohlene Länge 150mm! Bitte die FAQ bei BitFenix beachten.
    • Erweiterungs-Slots: 2 (Die Grafikkarte grüßt an dieser Stelle!)
    • Maximale Grafikkartenlänge (mit Festplatten-Käfig): 180mm
    • Maximale Grafikkartenlänge (ohne Festplatten-Käfig): 335mm
    • Abstand Mainboardtray/Netzteilkäfig zum Deckel (ohne montierten Lüfter im Deckel): ungefähr 200mm

Besonderheit des weißen Modells 

Das weiße Modell verfügt nicht über eine Meshfront. Die schwarze Meshfront soll beim weißen Prodigy schmutzig gewirkt haben, daher wurde darauf vorerst verzichtet. Rund um die Front sind jedoch Belüftungsmöglichkeiten, damit die Lüfter Frischluft bekommen. Die Belüftung soll laut BitFenix kaum schlechter ausfallen! In naher Zukunft könnten austauschbare Fronten für das Prodigy verfügbar sein. Update: BitFenix veröffentlichte in den letzten Monaten eine größere Auswahl an Zubehör, mehr dazu im nächsten Punkt.

Zubehör

Dank vieler Beiträge in Foren, Kommentaren auf Facebook und direkten Anfragen erschuf BitFenix eine reichhaltige Zubehörpalette für das Prodigy. Neben einem Seitenfenster in allen sechs Farbvariationen, um die Pracht eurer Grafikkarte zu demonstrieren, gibt es zehn verschiedene verschiedene Fronten sowie zwei austauschbare Logos.

 

3. Verpackung und Lieferumfang

prodigy_verpackung

Das Prodigy erreichte mein Haus pünktlich am 7. Juli. Caseking verpackte es nochmals in einen größeren, gepolsterten Karton, sodass Transportschäden ausgeschlossen waren. Da ich bislang nur Erfahrungen mit ATX Gehäusen sammelte, kam mir der Karton des Prodigy sehr klein vor. Auf den Außenseiten hebt BitFenix die besonderen Eigenschaften des Gehäuses hervor. Ebenso werden auf einer Seite sämtliche technische Details in einer Tabelle zusammengefasst. Das Prodigy war  in einer Plastiktüte gehüllt und von zwei Styroporkörpern im Karton fixiert.

prodigy_lieferumfang

Die Bedienungsanleitung ist übersichtlich gestaltet und zeigt die individuellen Anpassungen des Prodigy:

Laufwerkseinbau von 2,5″, 3,5″ und 5,25″; Installation von Lüftern im Deckel, in der Front und im Heck; Drehen und Entfernen der HDD-Käfige und des 5,25″ Schachtes; Installation eines Netzteiles und Ausbau des Staubfilters. Obwohl es in englischer Sprache verfasst ist, sollten auch Menschen ohne grundlegende Englischkenntnisse, die bebilderten Anweisungen durchführen können.

Zwei schwarze 120mm Lüfter der BitFenix Spectre Serie sind im Prodigy bereits vorinstalliert. Sie laufen bei etwa 1000U/min mit einer Lautstärke von unter 20dB(A). Leider verzichtet BitFenix auf 7V/5V-Adapter, um die Geschwindigkeit – und damit verbunden die Lautstärke – zu variieren sowie eine Möglichkeit die 3-pin-Lüfter zu entkoppeln. Bei einem Preis von je 6€ pro Lüfter gehört dies auch nicht zum Standard-Umfang und sollte nicht erwartet werden, wünschenswert wäre es trotzdem.

Zusätzlich liegt dem Prodigy eine große Auswahl von Schrauben, eine Halterung für Kabel und zwei Befestigungen bei Entfernen des 5,25″ Schachtes bei.

Der Lieferumfang im Überblick

    • BitFenix Prodigy Gehäuse
    • vorinstallierte BitFenix Spectre Lüfter 120mm im Heck und im Deckel
    • Handbuch
    • 4x Thumbscrews; 4 Schrauben zur Befestigung des Netzteils mit dem Netzteilrahmen; 7 Schrauben zur Mainboardmontage und für die Befestigungen des 5,25″ Schacht; 5 Schrauben zur verbesserten Stabilität der HDD-Käfige; 12 Schrauben für Laufwerke

 

4. Äußeres Erscheinungsbild

prodigy_aussen_5Das Prodigy besitzt ein schönes, freundliches Design. Die schwarzen Elemente (das Bitfenix Logo und die Lufteinlässe in der Front sowie die Meschabdeckung im Deckel) geben dem Gehäuse einen schönen Kontrast und runden das Äußere ab.

Die Front besitzt die von BitFenix bekannte SofTouch-Oberfläche. Diese lädt zum Streicheln ein, da sie sich besonders gut anfühlt.

Neu ist die FyberFlex-Technik: Die Bügel des Prodigy sind sehr strapazierfähig. In vielen Videos schon gesehen, wagte ich den Test: Die Bügel lassen sich wirklich bis zum Gehäusedeckel herunter drücken und ebenso lässt sich das mit Hardware bestückte Gehäuse an ihnen sicher tragen. Wobei ich bei letzterem Versuch zunächst skeptisch war, da ich dem Material noch nicht traute. Bei Transporten nehme ich den kleinen Schatz besser unter den Arm geschlungen.

Ein erster kleiner Mangel: Die Unterseite der Bügel weisen ein paar Einkerbungen auf. Diese sind aber nur sichtbar, wenn man zum Prodigy prüfend herauf schaut.

prodigy_aussen_10Die Meschabdeckung im Deckel lässt sich schnell entfernen und wirkt hochwertig. Ebenso präsentieren sich die Seitenteile des Prodigy. Beide sind leicht durch Thumbscrews abnehmbar und schwerer als gedacht. Leider musste ich bei der linken Seitenwand ein Klackern feststellen. An einer Ecke ist die Seitenwand leicht verformt und produziert durch Fingertippen auf der Oberfläche ein unangenehmes Geräusch. Das rechte Seitenteil sitzt optimal.

Das Heck wird von Thumbscrews dominiert. Seitenteile lassen sich schnell entfernen, das Netzteil sowie die Grafikkarte in Sekunden einbauen.

Das I/O-Panel befindet sich, von vorn betrachtet, auf der rechten Seite des Gehäuses. Manchen Nutzern wird dies unangenehm auffallen, mich stört es weniger. Das Prodigy wird auf meinem Schreibtisch thronen, das Panel erreichbar bleiben. Neben einem Power- und einem Resetbutton, besitzt das I/O-Panel einen Audio-In und Mikrofon-Anschluss sowie zwei USB-3.0-Anschlüsse. Ungewohnt war für mich die geringe Bestätigung des Powerbuttons. Ein hochwertiges Gefühl beim Anschalten definiere ich anders.

 

5. Inneres Erscheinungsbild

prodigy_innen_1Die Seitenwände des Prodigy sind mit je zwei Thumbscrews befestigt. Sobald das rechte Seitenteil gelöst ist, bekommt der Käufer freie Sicht auf das Innenleben. Wie das Äußere erstrahlt auch das Innere in einem schönen Weißton. Der nächste kleine Mangel wurde sichtbar: Die Lackierung im Innenraum ist nicht perfekt. Unterhalb der Seitenwandbefestigungen sind Farbabstufungen erkennbar. Entwarnung auch hier: Im späteren Betrieb mit einem Fenster sollte dies nicht sichtbar sein.

Der obere der beiden HDD-Käfige kann mit einem Handgriff entfernt werden. Um den unteren HDD-Käfig zu entfernen, müssen auf der Unterseite des Gehäuses sechs Schrauben gelöst werden. Im Lieferzustand befinden sich im oberen HDD-Käfig die Schrauben und das weitere Zubehör in einem kleinen Karton. HDDs oder SSDs lassen auf den Plastikeinschüben verschrauben und mit einem Schub sicher im Käfig unterbringen. Diese Montage entkoppelt die Festplatten vom Rest des Gehäuses. Jedoch sollten keine Wunder erwartet werden. Einen Test hierzu führe ich nicht durch, da ich die Käfige nicht nutzen werden.

prodigy_innen_5Die vorinstallierten Lüfter verschaffen dem Innenraum weiteren Kontrast. Der in der Front platzierte Lüfter sorgt für Frischluft, der im Heck platzierte Lüfter bläst die warme Luft aus dem Gehäuse.

Das Netzteil im Prodigy ist durch einen Käfig vom Rest des Gehäuses abgeschirmt und besitzt einen eigenen Luftzyklus. Durch die unteren Bügel des Prodigy bekommt das Netzteil viel Frischluft, welche angesaugt wird und aus dem Heck wieder entweicht. Passend zu diesem Anwendungsfall sitzt unterhalb des Netzteilkäfigs ein Staubfilter. Auf dem Boden des Käfigs befinden sich vier Gummipolsterungen, auf denen das Netzteil Platz nimmt. Der Netzteilkäfig besitzt insgesamt sechs Öffnungen, um später die Kabel sauber verlegen zu können. Zusätzlich können auf der vorderen Seite des Käfigs zwei weitere 2,5″ Laufwerke verschraubt werden. In erster Linie bieten sich hierfür SSDs an.

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Die Kabel der internen Anschlüsse des Prodigy (USB-3.0, USB-2.0, Audio, Power- & Resetbutton, HDD- & PowerLED) und deren PCB sind schwarz. Die Längen sind bis auf das Audio-Kabel gut gewählt. Dieses spannt schon bei direkter Montage. Ein Verlegen dieses Kabels ist nicht ohne Verlängerung möglich.

Beim Betrachten des Innenraums fallen die vielen Möglichkeiten des Prodigy auf. Nutze ich die Festplattenkäfige für viel Speicherplatz oder besinne ich mich auf 2,5″ Laufwerke, die ich im Seitenteil und am Netzteilkäfig verbaue? Ein BluRay-Laufwerk oder eine Lüftersteuerung im 5,25″ Schacht oder doch einen großen Radiator? 2x 120mm in der Front oder einen einzelnen 230mm Lüfter? Wie nutze ich die weiteren Belüftungsmöglichkeiten?

 

6. Einbau

Die Hardwarekomponenten im Überblick

    • prodigy_einbau_1ASRock Z77E-ITX
    • Intel Core i5-3450
    • Prolimatech Samuel 17@ EKL Alpenföhn Föhn 120 Wing Boost
    • 8GB Corsair Vengeance Low Profile 1600MHz CL9
    • XFX Radeon HD 7850 860M Double Dissipation Edition
    • be quiet! PCGH-Edition 500W
    • BitFenix Recon Lüftersteuerung
    • BitFenix Spectre Pro 120mm (Oben), 140mm (Heck), 200mm (Front)
    • BitFenix Alchemy Kabel und Verlängerungen

Ich entschied mich letzten Endes für ein Z77-Mainboard, um den i5-3450 mit leichtem OC zu betreiben. Ein Top-Blower mit geringen Abmessungen soll möglichst wenig vom Mainboard verschlucken, da später schöne Einblicke in das mit Fenstern bestückte Prodigy möglich sein sollen.

prodigy_einbau_2

Zunächst entfernte ich die HDD-Käfige und ersetzte die vorhandenen Lüfter gegen die BitFenix Spectre Pro Serie. Größere Frontlüfter lassen sich ohne HDD-Käfige einfacher installieren. Bei der Installation der Lüfter am Heck und im Deckel gibt es nichts zu kritisieren. Durch die geringen Abmessungen im Innenraum können die Lüfterkabel leicht versteckt werden. Die BitFenix Recon Lüftersteuerung ließ sich problemlos im 5,25″ Schacht einbauen, die Kabel im selbigen bändigen und verstecken.

Danach folgte der Einbau des Mainboards, welches mit CPU, Kühler und RAM bestückt war. Nach viel vergossenem Schweiß stellte ich zu meinem Unglück fest, dass der Prolimatech Samuel 17 nicht blind auf dem Mainboard installiert werden kann, da sonst der CPU-Lüfter gegen den Hecklüfter im Gehäuse stößt. Nach einer 90°-Drehung des Kühlers inklusive Säuberung der CPU und des Kühlers sowie wiederholtem Auftragen der Wärmeleitpaste passte das bestückte Mainboard in das Prodigy.

prodigy_einbau_3

Ich entschloss mich die SSD am Netzteilkäfig zu montieren, um später die Option für eine 2,5″-Festplatte am Boden des Prodigy zu wahren.

Das verbaute Netzteil wählte ich anhand der folgenden Kriterien aus: Möglichst geringe Tiefe (14cm), daraus resultierend ein 120mm Lüfter im Inneren; kein Kabelmanagement; hohe Energieeffizienz.

Fündig wurde ich beim be quiet! 500W in der PCGH-Edition. Das Gold-Plus zertifizierte Netzteil wurde mit dem Einbaurahmen und vier Schrauben fixiert und in den Käfig eingeschoben. Den Kabelstrang natürlich zuvor in das Prodigy führen. Das Netzteil liegt sicher auf den vier Gummipolsterungen und wird mit vier Thumbscrews mit dem Gehäuse verschraubt. Aufgrund der geringen Abmessungen des Netzteils konnte ich alle Kabel samt Verlängerungen(!) im Käfig unterbringen.

Das Anschließen der Kabel im Gehäuse war jedoch eine fummelige Arbeit. Die starren Kabel des Netzteils verbog ich unter großem Kraftaufwand. Besonders heikel: Die 6-pin PCIe-Anschlüsse der Grafikkarte liegen unterhalb des 5,25″-Schachtes. Nur durch geschickte Kabelführung und verbiegen der Kabel fassten sie in die Anschlüsse.

Die Grafikkarte folgte zuletzt. Die XFX 7850 misst eine Gesamtlänge von 24cm und hat ausreichend Platz im Gehäuse. Am Heck des Gehäuses wird sie mit drei Thumbscrews befestigt. Die Karte sitzt sehr fest und sicher. Die waagerechte Mainboardausrichtung und die damit verbundene vertikale Verbindung mit der Grafikkarte leistet den größten Teil zur Stabilität.

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Das fertige System kommt auf ein ordentliches Gewicht. Daher kontrollierte ich den Stand des Prodigy. Aufgrund der Bügel lässt es sich leicht hin und her schaukeln. Einen sicheren Stand hat es bei weitem nicht, ein rasches Umfallen ist aber ausgeschlossen. Einzig bei einem freistehendem Prodigy in Verbindung mit unachtsamen Nachwuchs oder größeren Haustieren würde ich mir Sorgen machen.

Die Temperaturen zaubern jedem PC-Besitzer ein Lächeln auf das Gesicht. Das Prodigy besitzt hervorragende Kühlungsmöglichkeiten! In meinem System läuft der CPU-Lüfter bei flüsterleisen 900 U/min, der 200mm Frontlüfter bei 400 U/min und der 140mm Hecklüfter mit 500 U/min. Der obere 120mm Lüfter ist derzeitig abgeschaltet. Die Lüfter der Grafikkarte laufen im Idle mit 19% und drehen nur unter Last auf 40% auf.

Die daraus resultierenden Temperaturen:

    • CPU Idle: etwa 30°C
    • CPU Last: etwa 55°C
    • GPU Idle: etwa 28°C
    • GPU Last: etwa 57°C

Ich bin sehr zufrieden mit den Temperaturen und der geringen Geräuschkulisse. Im Idle ist das System kaum wahrnehmbar, unter Last nur minimal lauter.

7. Fazit

Mit dem Prodigy lässt BitFenix die Abmessungen für mITX-Gehäuse wachsen und erschafft so ein Gehäuse, welches mit einer großen Vielfalt für Hardware, einer guten Kühlung bei geringer Lautstärke und gelungener Optik daherkommt.

Das BitFenix Prodigy wird als kleines, portables Gaming-Gehäuse beworben, das kaum Abstriche bei potenter Hardware eingehen soll. Diese Werbebotschaft erfüllt BitFenix zum größten Teil. Das Prodigy bietet Platz für eine Vielzahl an potenter Hardware. Große Grafikkarten, riesige Kühler und sogar eine Wasserkühlung können verbaut werden. Diese Möglichkeiten fordern aber die Abmessungen heraus: Das Prodigy ähnelt eher einem mATX-, als einem mITX-Gehäuse.

Abgesehen davon schlichen sich in mein Modell weitere, kleinere Mängel ein: Die Verarbeitungsqualität befindet sich nur im oberen Durchschnitt. Angefangen von einer klappernden Seitenwand, über fein zerkratzte Bügelunterseiten, bis hin zu leichten Farbabweichungen im Innenraum. Grobfahrlässig sind diese Mängel nicht, schade allemal. Wirft der Käufer jedoch einen Blick auf den Preis von etwa 70€ sind diese Unstimmigkeiten leicht übersehbar.

Jeder der über die für ITX-Gehäuse zu groß geratenen Abmessungen hinwegsehen kann, bekommt allerdings ein sehr gutes Gehäuse. Beide Modelle sehen traumhaft aus. Schlanke Linien, clevere Farbwahl und reichlich Kurven. Viele Thumbscrews erleichtern die Hardwareinstallation. Eine Menge von Möglichkeiten bietet dieses Gehäuse dem Käufer, der schon im Vorfeld klären sollte, welche Hardware er verbauen möchte. Hält er sich an die Vorgaben von BitFenix zur Netzteilauswahl und beachtet er beim Kühlerkauf die verbesserungswürdige Sockelposition der Z77-Mainboards stehen ihm viele Wege offen.

Die Individualität des Prodigy macht Spaß beim Einbau. Erst dann erfährt der Käufer, welche Gedanken sich BitFenix gemacht hat und wie er die Hardware wirklich zusammen schraubt. Vor allem die Temperaturen und die Lautstärke befinden sich in einem hervorragenden Rahmen. Das Prodigy ist eine Augenweide auf dem Schreibtisch und hübscht den Raum auf. Ebenfalls ist es ein haptisches Vergnügen – es lädt zum Streicheln ein.

Der einzige Kritikpunkt bleibt der unsichere Stand des Prodigy. Es wird keinesfalls einfach umfallen, jedoch irritierte es mich.

8. Langzeit-Fazit

Über 10 Monate ist das Prodigy an meiner Seite und ich kann mein positives Fazit nur nochmals bestätigen und den einzigen Kritikpunkt ein wenig entkräften. Nach einem Umzug und einer LAN-Party erwies sich das Mini-ITX-Gehäuse als besonders praktisch. Das geringe Komplettgewicht sowie die Henkel sind bei Transporten sehr hilfreich. Das Prodigy macht sich gut auf dem Schreibtisch. Im Betrieb gab es bislang keinen Ärger: Alle Knöpfe und Anschlüsse sind intakt, die Hardware ist noch bestens verschraubt und sitzt sicher. Obwohl das Prodigy bei groben Vibrationen am Gehäuse selbst oder am Schreibtisch noch heftig schwankt, traue ich den Füßen mehr zu, als noch beim ersten Auspacken und den darauffolgenden Wochen. Da BitFenix auf eine Klavierlackoptik verzichtete, ist das Prodigy auch noch nach dem Entstauben, dem Herumtragen und vielen Stößen ohne Kratzer im Einsatz.

Ich danke BitFenix an dieser Stelle für das großartige Prodigy-Gehäuse. Es war ein sehr lohnenswerter Kauf und ist bei Empfehlungen für meine Freunde immer unter der engsten Auswahl vertreten.

9. Fotogalerie

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Author: vAro

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